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Licht und Dunkelheit

Ich lebe mein Leben in Phasen. Irgendwie geht es immer rauf und runter. Es gibt Phasen, in denen ich mich fühle, als könnte ich vor Glück und vor Liebe zum Leben die Unendlichkeit in mir zum Leben erwecken, so als würde ich endlich das Leben in seiner Vollkommenheit verstehen, so als könnte mich wirklich nichts erschüttern. Aber es gibt auch immer wieder Phasen, da lebe ich in meinem persönlichen dunklem Loch. Da bin ich irgendwo tief versunken, fühle mich benebelt, die Freude kommt nicht tief in meinem Herzen an, ich bin enttäuscht, hinterfrage mein Leben, hinterfrage alles, und bin eigentlich nur so schrecklich müde. Ich würde nicht sagen, dass das depressive Phasen sind. Ich glaube nicht, dass ich schon mal so unendlich tief gefallen bin, aber wirklich schön fühlen sich diese Phasen nicht an. Momentan befinde ich mich übrigens mal wieder eher im Dunklen. Aber heute möchte ich mich mal fragen, ob es in Ordnung für mich ist, immer wieder zwischen so zwei extremen Welten zu wechseln. Ich möchte mich fragen, ob ich mich nicht für eine Welt entscheiden kann, und dann Ausgänge finde, durch die ich die andere sofort wieder verlassen kann, sollte ich in sie geraten sein. Aber ich möchte auch herausfinden, ob es nicht auch gut so sein kann, in beiden Welten intensiv zu leben.

Schon vor ein paar Monaten habe ich auf Instagram zu genau diesem Wechsel zwischen Hell und Dunkel einen Text geschrieben:


Ich suche nach mir.

Ich spüre,
wenn ich mir näher komme.
Dann ist es,
als würde meine Seele vor Aufregung erbeben,
als könne sie ihr Glück nicht erwarten, 
als müsse sie platzen vor Dankbarkeit.
Dann ist es,
als lebe ich gebettet in Federn,
in unerschütterlicher Gewissheit, dass alles gut werden wird, ja dass alles bereits gut ist.
Es ist das berauschendste und erhebendste Gefühl,
das ich jemals gespürt habe.
Es ist das Gefühl,
dass ich mit meiner Seele gesprochen habe, und sie mir gezeigt hat, wer ich bin.

Aber ich spüre auch,
wenn ich mich von mir entferne.
Dann ist es,
als würde sich meine Seele in mir betäuben,
um den Schmerz nicht zu spüren den sie empfindet.
Dann ist es,
als gäben mir meine Süchte die Möglichkeit zu vergessen,
dass da ein Teil in mir ist,
den ich gerade nicht sehen kann,
denn das ist es,
was am meisten schmerzt.
Es ist die tief empfundene,
doch niemals realisierbare Gewissheit,
dass ich gerade lebe,
eine Maske tragend,
die nur nach Außen blicken lässt.
Es ist das Gefühl,
dass ich vergessen habe wer ich bin,
weil ich meine Seele nicht mehr hören kann,
wie sie mir meine Stärke zeigt.

Ich kann beides spüren.

Ich kann mich finden und verlieren.
Ich kann meine höchste Freude spüren und meinen tiefsten Schmerz.
Ich kann das Licht sehen und die Dunkelheit.

Doch beides ist nur ein Zustand,
in dessen Wandel
die Schönheit der Welt verborgen liegt.



Es geht um die Suche nach mir. Es geht darum, dass ich weiß wer ich bin, dass ich mich spüre, dass ich meine Seele spüre. Ich glaube schon, dass das ein wichtiger Punkt ist bei der Frage ob es mir gut geht oder nicht. Es liegt daran, wie nah ich mir bin. Wie ehrlich ich zu mir selbst bin, wie viel ich mir erlaube zu spüren, wie viel ich verdränge, wie viel ich annehme. Wie sehr ich mir wünsche anders zu sein, wie tief ich mich liebe. Es geht in diesen Phasen um meine Seele. Denn sie ist es ja auch, die sich gut fühlt. Oder eben sehr schlecht. Das blöde ist nur, wenn sie sich schlecht fühlt ist es ganz schön schwierig für sie mich wieder in eine gute Phase zu katapultieren.

Damals habe ich auch geschrieben, dass beides nur ein Zustand ist. Dass man nicht bewerten muss, dass beides da sein darf. Und dass ohne das Eine das Andere nicht existieren kann. Yin und Yang. Und vielleicht stimmt es ja. Vielleicht stimmt es ja, dass meine gedämpften Gefühle, meine schlechten Launen und dunklen Gedanken erst meine hellen und leuchtenden Gefühle ermöglichen. Vielleicht leuchtet meine Seele nur deswegen so hell, weil sie das Gegenteil kennt. Weil sie weiß, dass es auch ganz anders sein kann. Vielleicht macht erst die Dunkelheit das Licht heller und das Licht die Dunkelheit dunkler.

Aber eigentlich möchte ich nicht daran glauben. Eigentlich möchte ich nicht daran glauben, dass meine schwierigen Phasen notwendig für meine leichten Phasen sind. Ich möchte nicht glauben, dass das Leben schwer sein muss um auch wieder leicht zu werden.

Ich möchte daran glauben, dass das Leben auch nur leicht sein kann. Ich möchte daran glauben, dass Licht wichtiger als Dunkelheit ist. Ich möchte daran glauben, dass Licht immer stärker als Dunkelheit ist, und vor allem völlig unabhängig davon existieren und herrschen kann. Ich möchte daran glauben, dass man auch nur im Licht leben kann.

Daran möchte ich glauben. Und tief in mir, da glaube ich schon lange daran.

Wie schaffe ich es also ständig in beflügelnden Gefühlen zu leben?

Ich muss einfach nur immer auf mich zulaufen.

Ich darf den Kontakt zu meiner Seele nicht verlieren, ich darf nicht vergessen wer ich bin, sondern es nur immer mehr herausfinden. Ich darf nicht mehr in die falsche Richtung laufen, und auch wenn ich Pausen brauche nicht in die andere Richtung blicken, sondern einfach stehen bleiben. Ich darf nicht mehr aufhören mich zu suchen, alles über mich zu lernen, mich zu erforschen, bis auf den Grund, bis auf die dunkelsten Ecken meiner Seele. Ich glaube, wenn ich das schaffe, dann kann ich nicht mehr in Dunkelheit leben. Denn ich glaube daran, wenn man in seiner Seele lebt, dann kann man nicht dunkel sein. Denn die Seele ist nichts anderes als Licht. Und selbst die dunklen Flecken und Verletzungen in der Seele sind keinesfalls die Abwesenheit von Licht. Vielmehr sind sie der Beweis. Denn ohne Licht gäbe es keine Schatten.

Und damit ich immer mehr zu mir finde und mich nicht immer mehr verliere muss ich bestimmte Dinge tun. Ich muss jeden Tag die Dinge tun, die mich mehr zu mir bringen. Vielleicht ist das am Anfang schwierig, aber sobald man eine Gewohnheit draus gemacht hat fällt es immer leichter und leichter. Ich denke, es sind für jeden Menschen andere Dinge, die helfen die Seele zu erforschen und zu heilen. Diese drei Dinge möchte ich ab heute wieder in mein Leben holen. Einfach, weil sie meiner Seele gut tun.

  • schreiben

Schreiben, schreiben, schreiben. Morgens wenn ich aufwache, abends bevor ich schlafe, und wenn’s wichtig ist auch zwischendurch immer. Schreiben ist für mich die einfachste Art mit meiner Seele zu kommunizieren. Und darum geht es ja.

  • meditieren

Es gab immer mal so Phasen, in denen ich regelmäßig meditiert habe. Und wenn es nur 5-10 Minuten waren. Nicht unbedingt überraschender Weise waren es auch die Phasen in denen ich mich sehr gut gefühlt habe. Ich möchte jeden Morgen meditieren. Und wenn es nur fünf Minuten sind. Sehr gerne meditiere ich übrigens zu einem Mantra im Kerzenschein. Wenn ich es abends vor dem Einschlafen auch noch schaffe, umso besser.

  • morgens laufen gehen

Vor ein paar Monaten bin ich regelmäßig morgens direkt nach dem Aufstehen laufen gegangen. Und mir ging es sehr gut damit. Der Tag hatte damit quasi gar keine andere Wahl als gut zu werden. Über den Winter, wurde es für meinen Kopf dann aber irgendwie schwieriger das ganze umzusetzen, aber jetzt kommt ja wieder der Frühling. Und weil ich Laufen doch schon ziemlich vermisse werden mir die Läufe bestimmt gut tun. Weil es aber manchmal auch zu viel werden kann, reicht es mir zwei mal in der Woche morgens laufen zu gehen. Und dann schau ich mal, wie es mir damit geht.

Alles andere kommt dann mit dem Hochgefühl 🙂

Erzählt mir doch von euren Gedanken zu dem Thema. Wie geht es euch? Habt ihr auch so komplett unterschiedliche Phasen in eurem Leben? Und habt ihr Tips und Tricks, wie ihr euch wieder ins Licht katapultiert? Ich bin gespannt.

Ich wünsche euch noch einen wunderschönen Tag im Licht,

eure Glücksdenkerin

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