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meine selbstgenähte Herbstjacke

Ich freue mich voll euch heute mein allerliebstes, und wohl auch aufwendigstes selbstgenähtes Nähprojekt präsentieren zu können 🙂 Es ist meine Herbstjacke, passend zum Oktoberanfang, die ich jetzt endlich wieder aus dem Schrank holen konnte…

Genäht habe ich die Jacke nämlich schon vor ungefähr einem halben Jahr. Genauer gesagt ist es keine Jacke, sondern ein Parka. Und noch genauer genommen ist es nicht nur eine Herbstparka, sondern auch ein Frühlingsparka, denn letzten Frühling habe ich ihn auch schon getragen 🙂 Aber weil jetzt langsam aber sicher der Herbst beginnt, konnte ich meinen Parka wieder hervorholen und freue mich jedes Mal, wenn ich ihn anziehen kann, weil es kalt genug ist (eigentlich schon bisschen bescheuert 🙂 ).

Genäht habe ich den Wind-und-Wetter-Parka von Lotte&Ludwig, in den ich mich sofort verliebt habe, als ich ziemlich viele Exemplare in den verschiedensten Blogs bewundert habe. Ich wusste sofort, dass ich mir auch so einen nähen möchte, deshalb hab ich auch nicht sehr lange überlegt, ob ich das Schnittmuster wirklich kaufen möchte. Ich habe bis jetzt noch nicht viele Schnittmuster im Internet gekauft, und wenn, dann kein so teures. Aber ich kann wirklich sagen, das Schnittmuster ist sein Geld wert! Wenn wir schon über Geld sprechen. Ein selbstgenähter Parka ist keinesfalls billiger, als ein gekaufter! Mit insgesamt 4 Metern Stoff für Innen und Außen, Kordeln und dem langen Reisverschluss, kommt schon was zusammen. Ich habe ungefähr 60€ für die Materialen (plus 8€ Schnittmuster) gezahlt, was für mich aber in Ordnung war, vor allem im Nachhinein, weil das Ergebnis mir das Geld wert ist. Das ist beim Nähen ja so eine Sache, man weiß nie wie es am Ende wird. Aber ich hab da Vertrauen in meine Nähkünste, ich hab bis jetzt alle krummen Nähte und Nähfehler wieder gerade gebogen 🙂

Von der Schwierigkeit her muss ich schon sagen, dass es nichts für Nähanfänger ist. Wichtig ist natürlich, dass man sauber und ordentlich arbeitet, sonst sind die Taschen am Ende nicht auf der gleichen Höhe, der Reißverschluss ist schräg eingenäht, oder die Kordel lässt sich nicht durch den Tunnelzug fädeln. Das wäre alles ziemlich blöd, weil es dann einfach nicht mehr so schön aussieht. Neben der Sorgfältigkeit ist es aber auch wichtig, viel Vorstellungskraft zu besitzen. Gerade, als ich die Innen- und Außenjacke fertig genäht hatte, und sie nun zusammennähen sollte, fiel es mir etwas schwer, sie richtig übereinander zu stecken. Aber mit etwas Konzentration und Geduld, habe ich es dann doch geblickt.

Als Außenstoff habe ich einen wasserabweisenden dunkelblauen Stoff mit kleinen weißen und roten Punkten ausgesucht. Im Nachhinein bin ich sehr froh, einen wasserabweisenden Stoff benutzt zu haben, auch wenn sich das Nähen und Bügeln etwas komplizierter gestaltet hatte, aber eine wasserfeste Jacke ist im Herbst einfach geschickter als eine Baumwolljacke. Da ich die Jacke außerdem auch noch warm haben wollte, habe ich als Innenfutter dunkelblauen Fleece verwendet. Die Stoffe habe ich beide auf Stoffe.de gefunden. Ich glaube, meinen Außenstoff kann man da jedoch nicht mehr finden 🙁

Ich habe bei meinem Parka die Taschenvariante der aufgesetzten Tasche mit Falte gewählt, weil ich das einfach am schönsten fand. Außerdem habe ich unter die aufgesetzte Tasche noch eine kleine Tasche für die Hände genäht, welche mir gerade, wenn es draußen kalt ist mein Leben definitiv angenehmer gestaltet, denn ich trage doch jetzt noch keine Handschuhe mit mir rum. Die Anleitung, wie man so eine Tasche näht, findet ihr hier. Außerdem habe ich die Jacke mit einem äußeren Reißverschlussbeleg und einem Schlitz hinten genäht, weil das das ganze noch professioneller aussehen lässt. Als Knöpfe für den Beleg und die Taschen habe ich rote Kamsnaps verwendet, die dem Stoff noch etwas Kontrast geben, und zu den paar roten Pünktchen auf dem Stoff passen.

An sich bin ich mit dem Ergebnis voll zufrieden, denn es ist meine erste Jacke, die ich genäht habe. Ich finde, man sieht ihr nicht an, dass sie selbstgenäht ist, jedoch ist sie nicht perfekt. Ich weiß nicht, ob es normal ist, ich etwas falsch genäht oder zugeschnitten habe, oder das Schnittmuster ein kleines Bisschen zu wünschen übrig lässt, aber die Bewegungsfreiheit der Arme ist in der Jacke etwas eingeschränkt. Mega schlimm ist es nicht, aber wenn ich zum Beispiel auf dem Fahrrad sitze und meine Arme normal nach vorne Richtung Lenker strecke, spannt es an den Schultern schon ganz schön. Dabei war das Schnittmuster extra so konzipiert, dass die Ärmel aus zwei Teilen bestehen, um mehr Bewegungsfreiheit zu gewährleisten… Aber ich hatte auch schon gekaufte Jacken, die besonders an den Schultern blöd spannten, deshalb schiebe ich es jetzt einfach auf die Tatsache, dass es eben eine dicke Jacke ist 🙂

Eine Sache, die ich beim möglicherweise nächsten Parka anders machen würde, ist die Ärmellänge. Die finde ich im Schnittmuster als etwas zu knapp bemessen. Ich würde die Ärmel lieber etwas zu lang zuschneiden als zu kurz, kürzer geht immer. Aus irgendeinem Grund passten bei mir auch die Ärmellängen des Innen- und Außenstoffes nicht exakt überein, weshalb ich die Jacke jetzt immer mit leicht aufgekrempelten Ärmeln trage, was ich aber ganz schön finde.

Was mich auch noch etwas nervte, war, dass ein paar Nähte immer wieder aufgingen. Besonders die aufgesetzten Taschen lösten sich auf beiden Seiten einfach ab. Weil ich nicht wollte, dass man die Naht auch im Innenfutter sah, nähte ich sie immer mit der Hand wieder fest. Als dann jedoch auch die Naht am Tunnelzug aufging, war es mir egal, und ich nähte dann halt Außenfutter und Innenfutter mit der Nähmaschine zusammen, macht ja eigentlich auch nichts aus. Ich denke, dass die Nähte aufgingen, lag vor allem an dem Stoff. Ich kenn mich jetzt nicht mega mit der Beschaffenheit unterschiedlicher Stoffarten aus, aber da die Außenjacke aus rutschigem, beschichteten Stoff war, kann ich mir vorstellen, dass gerade an beanspruchten Stellen, die Naht sich einfach leicht wieder auftrennte. Aber was soll’s, wer nähen kann, kann auch wieder reparieren 🙂

Alles in Allem gefällt mir das Schnittmuster sehr gut, da es sehr ausführlich und aufwendig gestaltet ist. Es bedarf sicherlich einiges Können um so einen komplizierten Schnitt zu erstellen, und viel, viel Geduld und Ausdauer. Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr wie viele Tage und Stunden ich insgesamt gebraucht habe. Ich weiß nur noch, dass ich sie in den Ferien genäht hatte, und daher mehrere Tage hintereinander (manchmal sogar auch Nächte) vor der Nähmaschine sitzen konnte. Doch wenn man sich an das Schnittmuster und die Anleitung hält, sind, denke ich, Erfolge gewährleistet. Also wenn ihr auch mal über euch hinauswachsen möchtet, euch neuen Herausforderungen stellen wollt, näht euch doch auch eure neue Jacke einfach selber!

Bald zeige ich euch übrigens noch den Parka, den ich für meine Schwester genäht habe, der ist noch mal ganz anders geworden 🙂

Ich wünsche euch viel Spaß, bei eurem nächsten (Näh)projekt,

eure Glücksnäherin

 

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