Nähanleitungen,  Nähen

nähen mit Haushaltsmaterialen

Hallo ihr Lieben,

heute möchte ich euch ein paar Haushalts- oder auch Bastelmaterialen vorstellen, die sich auch prima zum Nähen eignen. Sei es einfach, weil man gerade nicht das richtige Nähmaterial daheim hat und spontan noch was nähen möchte, einfach mal neue Materialen ausprobieren, oder schlichtweg Geldsparen will. Ich stelle euch das Backpapier, Moosgummi und die Wäscheleine vor, drei  herrliche Verwandlungskünstler, die vernäht plötzlich nicht mehr wiederzukennen sind 🙂 (Wie man auch mit Servietten wunderschöne Dinge nähen kann, habe ich euch übrigens hier schon mal gezeigt)

Moosgummi

Fangen  wir an mit dem Moosgummi, da mich es gerade bei meinem letzten kleinen Nähprojekt voll begeistert hat.  Hat man nicht gerade kleine Bastelkinder zu hause, hat man Moosgummi vielleicht nicht immer vorrätig zuhause, aber eine Anschaffung lohnt sich meiner Meinung nach definitiv. Und zwar benutze ich es sehr gerne als Verstärkung von kleinen Täschchen oder in Schuhsohlen von Barfußsandalen (nächsten Sommer gibt es vielleicht eine Anleitung). Wie hier beschrieben kann man Moosgummi aber auch prima nutzen um 3D-Applikationen zu nähen, das habe ich aber noch nicht ausprobiert, weil man dazu eine Stickmaschine benötigt.Um Moosgummi aber als Verstärkung von kleinen Täschchen zu nutzen muss man die Moosgummi-Platte einfach nach dem Schnittmuster zuschneiden. Ich würde es dabei ohne Nahtzugabe zuschneiden, so weiß man dann genau wo man nähen muss, und die Nahtzugabe ist nicht so dick. Besonders bei dem kleinen Bügeltäschen, das ich genäht habe, war das ganz geschickt, da ich so sehr exakt nähen konnte. Um Außenstoff und Moosgummi zu verbinden habe ich beides zusammengesteppt, was, wie ich finde auch einen schönen Effekt hat. Der Vorteil von Moosgummi ist einfach, dass das Genähte einen schönen festen Stand hat, etwas schwerer in der Hand liegt und sich schön formt. Man kann aber eben nur kleinere Taschen damit verstärken, da die Moosgummiplatten meistens nur in DIN A4 erhältlich sind.

Die kleine Tasche war übrigens mein erstes Bügeltäschchen, und ich muss sagen, ich bin ganz schön zufrieden. Ich habe den Bügel schon ziemlich lang und habe schon ein paar Mal versucht eine Tasche dafür zu nähen. Aber irgendwie hat es nie richtig geklappt. Aber mit der richtigen Anleitung (zum Beispiel der hier), und etwas Geduld und Sorgfalt geht es dann doch ganz gut. Was aber echt bisschen blöd ist, und auch schwer, das akkurat und sauber hinzubekommen ist, den Bügel einzukleben. Das hat dann mein Vater für mich übernommen, aber wenn jemand Tipps hat, dies ganz ohne Kleberänder hinzubekommen, immer her damit 🙂 .

Ihr seht  Moosgummi ist ein ganz wundervolles Material, mit dem man viele schöne Dinge nähen kann. Bestimmt fallen euch auch noch viele andere Verwendungsmöglichkeiten als nur die Taschenverstärkung ein, um Moosgummi in eurer Nähstube willkommen zu heißen.

Wäscheleine

Als nächstes stelle ich euch die Wäscheleine vor. Ja, sogar die Wäscheleine kann vernäht werden und ist ein ganz tolles Material. Man kann nämlich Paspeln mit ihr herstellen. Anstatt normale Kordeln zu verwenden, einfach eine neue Wäscheleine kaufen, falls kein Stück mehr übrig ist, und loslegen. Um Paspeln herzustellen einfach Baumwollstoff nehmen, passend zum Nähprojekt, und in ca. 3cm breite Streifen schneiden, die so lange sind, wie ihr sie eben braucht. Optimal und vorbildlich wäre es natürlich, die Streifen schräg zuzuschneiden, also so, wie auch Schrägbänder hergestellt werden, so legt sich der Stoff einfach besser um die Paspel und alles ist viel professioneller. Aber sind wir ganz ehrlich! Es ist einfach viel stoffsparender die Streifen gerade zu schneiden, und schlechter sieht die Paspel am Ende auch nicht aus, also macht was ihr wollt 🙂 . Die Streifen müssen dann nur noch der Länge nach gefaltet werden, die Wäscheleine liegt dazwischen. Nun wird die Wäscheleine mit einem Reißverschlussnähfüßchen in dem Stoffstreifen fixiert. Falls ihr meiner Anleitung nicht ganz folgen konntet, findet ihr hier noch eine bebilderte Anleitung zur Paspelherstellung 😉 .Wäscheleine ist übrigens gar nicht so teuer, viel billiger als fertige Paspel auf jeden Fall. Das Besondere an Wäscheleine ist, dass die Paspel dadurch sehr stabil wird. Denn in der Wäscheleine ist etwas Draht gezwirbelt, was für die leichte Biegsamkeit sorgt, jedoch auch zu etwas Aufregung beim Nähen führen kann! Denn der Draht ist schwer zu durchschneiden, und vor allem mit der guten Stoffschere sollte man sich auf keine Fall daran versuchen, die ist sonst nämlich futsch!

Um aber etwas Anregung zu geben, was ich so mit der Wäscheleinen-Paspel genäht habe, darf ich vorstellen: die coole Pinguin-Kuschel-Weste für meine kleine Schwester

Es ist eine gefütterte Weste, außen mit kuschligem schwarzen Fleece-Stoff und innen mit meinem absoluten Lieblingsstoff, roter Baumwollstoff mit vielen bunten Pinguinen 🙂 . Der Schnitt ist ein Freebook von Kluntjebunt, bei dem ich aber den Gummizug im Rückenteil weggelassen habe, dafür die Paspeln an der Kapuze und den Ärmelausschnitten ergänzt.

Backpapier

Dann kommen wir auch schon zu meinem letzten kleinen Hilfsmittel, das die Nähwelt definitiv bereichert: das Backpapier. Mit Backpapier, oder eigentlich noch besser, mit weißem Butterbrotpapier, kann man ganz einfach schöne Applikationen nähen. Dafür muss man nur ein Motiv aus dem Internet (oder ein eigenes Bild) heraussuchen und ausdrucken. Noch kreativer wäre es natürlich selbst etwas zu zeichnen oder zu schreiben. Das muss dann einfach auf das Backpapier, das ja leicht durchscheinend ist, übertragen werden. Jetzt muss man auf den zu applizierenden Stoff mit der rechten Seite nach oben den Stoff legen, aus dem die Applikation sein soll. Und darauf wiederum wird das Backpapier gelegt. Alles sollte schön gerade liegen und dann Festgesteck werden. Jetzt können alle Linien auf dem Backpapier abgesteppt werden, dabei werden die drei Schichten zusammengenäht. Je nach Größe und Feinheit des Motivs kann das ganz schön dauern und Mühsam sein, aber es lohnt sich! Wichtig ist auch, das Verriegeln der Nähte nicht zu vergessen. Sind dann alle Striche und Linien nachgenäht, kann das Backpapier einfach abgerissen werden. Das macht immer ziemlich Spaß, aber auch eine ganz schöne Sauerei, wenn überall Backpapierfitzel rumfliegen… Die kleine Stücke Papier, die unter den Nähten stecken, können ganz einfach mit einer Pinzette weggemacht werden. Ist dann alles Backpapier weggefitzelt, kann man mit einer kleinen Schere, zum Beispiel einer Nagelschere den überschüssigen Stoff wegschneiden. Also den oberen Stoff der Applikation, er sollte möglichst nah an den genähten Nähten abgeschnitten werden. Wenn ihr das genähte vor euch habt, versteht ihr es bestimmt, was ihr tun müsst. Hier habe ich zwei Pullover genäht, die ich mit einer Applikation noch etwas aufgepeppt habe.

Diese Applikation habe ich nachdem ich den übrigen Stoff weggeschnitten habe noch einmal mit einem ZigZag-Stich festgenäht. Das ganze sieht ziemlich fransig aus, wie ich es eigentlich überhaupt nicht haben wollte, aber meine Nähmaschine führt manchmal einfach ein Eigenleben 🙂 Und deshalb sieht es jetzt einfach so aus, wie es aussieht, aber ich mag es eigentlich auch so ganz gerne, und den Spruch finde ich auch sehr schön und aussagekräftig 😉

Auf den zweiten Pulli habe ich mit Kunstleder einen kleinen Schriftzug appliziert. Weiß aber auch nicht, was ich damit aussagen möchte, wie auch immer… 😉 Beide Pullis habe ich nach dem Pulli-Schnittmuster aus dem Buch Jersey nähen – Easy Basics von Julia Korff genäht, und liebe sie gerade jetzt im Herbst, wenn man sich mal wieder einkuscheln möchte 🙂

Ich hoffe, ich konnte euch etwas Inspiration bieten, mal andere Materialen zum Nähen zu verwenden. Lasst eurer Kreativität einfach freien Lauf 😉 und falls ihr noch mehr Ideen für Haushaltsmaterialien zum Nähen habt, teilt sie gerne in den Kommentaren, ich würde mich freuen.

Ich wüsche euch noch einen wunderschönen Tag,

eure Glücksnäherin

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