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Über das Gefühl nicht wertvoll genug zu sein und wie man mit seiner Seele spricht

Es ist an der Zeit loszulassen.

Das Gefühl, nicht wertvoll genug zu sein.

Es ist schon so lange her,
da habe ich mich dazu entschieden, daran zu glauben.
Ich habe mir eine Welt erschaffen, die mir immer wieder vor Augen geführt hat, dass andere einfach wertvoller sind als ich, und ich habe es so hingenommen und geglaubt.

Doch jetzt ist es an der Zeit loszulassen.

Heute kenne ich den Grund für diese alte Entscheidung.
Ich weiß, welche Worte diese Gefühle ausgelöst haben, die meine tiefste Seele verletzt haben.
Ich kenne den Grund, weshalb ich diese Lüge in mir erschaffen habe und mir erlaubt habe an sie zu glauben,
ich weiß, weshalb ich sie mein Leben habe bestimmen lassen.
Es war Verzweiflung.
Es war die verzweifelte Suche nach einem Grund.
Für die Ungerechtigkeit der Welt.
Als Kind habe ich versucht den Grund in mir zu finden.
Und so musste ich all‘ die Jahre mit einer Lüge leben, die mir nicht erlaubte mich vollkommen zu befreien.
Eine Lüge,
die mich dazu brachte Mittel zu finden, die den Schmerz betäuben konnten,
den sie in mir erschuf.
Es war eine Lüge,
erschaffen aus Verständnislosigkeit gegenüber einer Welt,
die ein kleines Mädchen nicht begreifen konnte.

Doch jetzt lasse ich diese Lüge los.

Ich begreife die Welt zwar immer noch nicht,
versuche mich immer noch viel zu oft zu betäuben,
und kenne das Gefühl der Verzweiflung,
aber heute kann ich verzeihen.

Ich verzeihe allen Menschen,
die mich mit anderen verglichen
und mir dadurch beibrachten, dass es richtig oder falsch gibt.
Ich verzeihe dem Menschen,
den ich als schuldig empfand und auf den ich meine Eifersucht lud.
Ich verzeihe meinen Gedanken,
die das Problem bei mir suchten und fanden.
Ich verzeihe meinen Gefühlen,
die nichts dafür konnten,
dass sie schmerzvoll für mich waren.
Ich verzeihe meinem Körper,
der die Manifestation meiner Gefühle war, und ich ihn dafür verurteilte.
Und vorallem verzeihe ich mir,
dass ich mir die Schuld gab
und mir das Leben so schwer machte.

Ich verzeihe mir,
denn ich wusste es nicht besser.

Heute weiß ich es besser.

Ich bin wertvoll genug für diese Welt.

Und du bist es auch.

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Ich schreibe heute über mein Gefühl, nicht wertvoll genug zu sein.

Sehr lange wusste ich überhaupt nicht, dass dieses Gefühl in mir existiert. Ich dachte, ich wäre im Reinen mit mir, und wüsste genau, dass die Welt mich braucht, und dass ich dementsprechend auch wertvoll genug sein müsste. Doch das war nur oberflächlich. Diese Meinung war gegründet auf den unzähligen Videos oder Texten die ich mir im Laufe der Zeit zu dem Thema angesehen habe. Die zu mir gesagt haben, dass ich gut genug bin, sonst wäre ich wohl nicht hier. Und diese Texte und Videos haben Recht. Keine Frage. Und auch ich schreibe es heute zu dir, und wünsche mir nichts sehnlicher, als dass du auch von deinem unendlichem Wert auf dieser Welt überzeugt bist. Aber das Problem ist, dass Worte meistens nur an der Oberfläche kratzen. Ich dachte, ich wäre gut genug. Doch ich war nicht davon überzeugt. Das haben mir nämlich meine Taten gezeigt. Tief im Innern war da nämlich noch der Schmerz. Der Schmerz der Minderwertigkeit, der Schmerz des Nicht-Genug-Seins. Aber ich wusste nicht, warum er noch da ist. Bis ich einfach mal nachgefragt habe.

Ich möchte mit dir heute etwas sehr Persönliches teilen. Einen tiefen Schmerz in meiner Seele, den ich gerade dabei bin zu heilen. Und ich teile diese Worte aus zwei Gründen: Weil ich Angst davor habe. Und weil ich dir zeigen möchte, dass auch in dir die Antwort auf jedes deiner Probleme vergraben liegt. Und ich wünsche mir, dass es dir hilft, von meine Grabvorgängen zu lesen. Ich wünsche mir, dass dir das den Mut gibt, auch in deiner Seele zu graben und aufzuräumen. Ich weiß, es ist schmerzhaft. Aber es ist das befreiendste, das du tun kannst. Ich hoffe, dass du dadurch besser verstehen kannst, wie alles zusammenhängt.

Ich hatte schon seit ich mich zurück erinnern kann ein Problem mit dem Essen. Ich war nie magersüchtig oder fresssüchtig, aber mein Verhältnis zu Essen war auch noch nicht vollkommen im Frieden. Ich habe mir immer gewünscht, eine besondere Ernährungsform einzuhalten, weil ich mir etwas bestimmtes von ihr versprach. Sei es abzunehmen, zu entgiften, mehr Energie zu bekommen, oder sonst irgendwas. An sich ist das ja nicht schlecht, aber ich habe es aus den falschen Gründen getan. Oder sagen wir, ohne davor die eigentliche Ursache zu beheben. Ich hatte oft eine Art Fressanfälle, die zwar noch nicht schrecklich ausgeartet sind, doch wohl habe ich mich dabei ganz und gar nicht gefühlt. Oft konnte ich auch beobachten, dass ich versucht habe vor anderen Menschen zu verheimlichen, dass ich gerade esse. Und das hat sich einfach überhaupt nicht richtig und gesund, und schon gar nicht nach Frieden angefühlt. Aber ich habe das Essen immer beschuldigt. Dabei war nie das Essen das Problem. Mein Unfriede mit dem Essen war nur das Symptom. Die sehr viel tiefer liegende Ursache war meine Überzeugung nicht wertvoll genug zu sein. Erst gestern ist mir das vollkommen bewusst geworden. Und schon heute hatte ich kein Stress mehr mit dem Essen. Der ist jetzt aber nur weg, weil ich den tiefsten Grund gefunden habe und ihn aufgelöst habe.

Hier ist also die Geschichte, wie ich zu der Überzeugung kam, nicht gut genug zu sein (herausgefunden habe ich es durch eine Meditation und Schreiben):

Seit ich denken kann fühle ich mich zu dick. Na ja, eigentlich nur meine Oberschenkel. Ich erinnere mich noch so gut daran, wie ich als vielleicht achtjähriges Mädchen im Schwimmunterricht auf der Bank sitze und meine Beine lieber anziehe und mit den Armen umschlinge, anstatt normal dazusitzen, damit meine dicken Oberschenkel nicht so auffallen. Sie waren mir einfach schrecklich peinlich. Ich habe mich so unwohl gefühlt, so minderwertig. Es gibt Momente, da habe ich dieses Gefühl heute noch. Und es fühlt sich noch genau so an, wie damals. Besonders beim Sport fühle ich es immer wieder. In meinen Augen hatte ich noch nie schlanke Beine. Es gibt bestimmt genug Menschen, die würden nicht sagen, dass meine Beine dick sind, aber darum geht es jetzt nicht. Es geht um meine Gefühle. Und in denen hatte ich noch nie schlanke Beine. Und ich glaube, ein Grund liegt in meiner Kindheit vergraben.

Was ich jetzt noch kurz sagen möchte, vor allem meinen Eltern, sollten sie diesen Text gerade lesen: Ich gebe euch keine Schuld. Alles war so, weil es so sein musste. Ich weiß, dass ihr mich liebt, und schon immer geliebt habt, und dass ihr mir niemals irgendetwas Böses wolltet. Und auch, wenn ich nicht mehr weiß, wie es wirklich war, auch, wenn ich keine Hintergründe kenne und viel zu wenig mit euch über diese Zeit gesprochen habe, ich spreche hier nur von meinen Gefühlen und Emotionen, die von den tatsächlichen Tatsachen abweichen können. Aber es geht um die Emotionen, nicht um die Tatsachen.

Damals hatte ich das Gefühl, ich würde die ganze Zeit verglichen werden. Mit meiner Schwester. Vor allem, da sie anderthalb Jahre jünger als ich war, war das besonders schlimm für mich. Ich hatte das Gefühl, ich wäre schlechter als sie. Mir wurde immer wieder gesagt, dass sie ja das schön schlanke Mädchen sei, und ich eben etwas pummeliger. Das sei ja gar nicht schlimm, aber so sei es eben. Besonders weh haben mir die Kommentare getan, dass ich ja niemals in die Kleidungsstücke von ihr reinpassen würde, weil ich eben einfach dicker sei als sie. Aber das läge eben an der Veranlagung. Ist halt bei jedem Menschen unterschiedlich. Ich habe meine Schwester so unfassbar beneidet. In meinen Augen war sie die gesegnete mit einem schönen Körper, und ich musste mich eben mit meinen hässlichen Beinen rumschlagen. Ich habe mich ständig mit ihr verglichen. Und ich habe immer schlechter abgeschnitten. Doch der einzige Grund, weshalb ich mich hässlicher und dicker gefühlt habe war der, weil mir es andere gesagt haben. Ich habe geglaubt, was mich meine Eltern haben fühlen lassen. Weil es jedes Kind so macht. Und so hat sich eben nach und nach meine Realität geformt, und die bestand eben aus dicken Beinen und einem einhergehendem Problem mit dem Essen. Denn Essen ist aus irgendeinem Grund immer daran schuld, dass wir uns zu dick fühlen. Daran zu glauben, dabei ertappe ich mich heute noch. Aber ganz ehrlich, meine Gefühle haben mich damals an meinen dicken Schenkeln festhalten lassen, und tun das auch heute noch. In meinen Oberschenkeln stecken die Gefühle von Minderwertigkeit, Nicht-gut-genug-Sein, Enttäuschung, aber auch Wut und Eifersucht. Denn es gab Momente, da war ich wirklich schrecklich eifersüchtig und sogar wütend auf meine Schwester. Dadurch, dass sie einfach alles hatte, was ich mir so sehnlichst gewünscht habe, habe ich meinen eigenen Wert in Frage gestellt. Ich wusste, es muss eine Antwort geben, auf die Frage, warum sie so „richtig“ war, und ich so „falsch“. Und weil ich damals keine Antwort gefunden habe, habe ich mir selbst die Antwort geschaffen: Es muss wohl daran liegen, dass ich nicht so viel wert bin, wie andere Menschen. Und diese Schlussfolgerung hat sich bis heute in meinen Oberschenkeln manifestiert. Ich habe keine schlanken Beine, weil ich es nicht verdient habe schöne schlanke Beine zu haben. Und weil ich so lange Zeit an diese Realität geglaubt habe hat sie sich so tief in mein Unterbewusstsein gebrannt, dass ich es nicht schaffe dünnere Beine zu bekommen, wenn ich diesen Glaubenssatz über mich selbst nicht auflöse.

Doch jetzt kann ich ihn auflösen. Denn ich kenne den Grund. Und weiß jetzt, dass er eigentlich vollkommen absurd ist, und für mich heute sehr leicht widerlegt werden kann.

Aber lass uns mal darüber reden, wie ich an diese tiefe Gefühlsebene gekommen bin. Eigentlich ganz einfach, durch Schreiben. Ich bin ja wirklich ein riesiger Fan von Hypnose. Dazu, vor allem über meine eigenen Erfahrungen muss ich unbedingt noch einen Blogpost schreiben, Hypnose ist einfach nur geil. Da kann man einfach direkt mit seinem Unterbewusstsein sprechen und hat direkten Zugriff auf jede Ursache für egal welches Problem in seinem Leben. Am liebsten hätte ich so was wie eine Hypnose-Flatrate mit der ich mindestens einmal im Monat eine Hypnosesitzung erleben könnte, um in meiner Seele mal gründlich aufzuräumen, Dinge zu verarbeiten, und meine Glaubenssätze bewusster und stärker zu verankern. Leider bin ich dafür noch nicht reich genug. Deshalb verschaffe ich mir durch Schreiben Abhilfe. Dabei würde ich eigentlich gerne noch mehr schreiben, und noch mehr Kontakt mit meiner Seele aufnehmen. An manchen Tagen klappt besser, da habe ich das Gefühl, meine geschriebenen Worte fließen gerade direkt aus meiner Seele, gut zu erkennen an den möglichen Tränen, die gleich mit fließen, und an anderen Tagen kommt man irgendwie nicht so richtig tief. Da fühlt es sich dann so an, als würde ich nur aus dem Kopf schreiben, ich hätte alles schon tausendmal gedacht und irgendwie kommt da nichts dabei raus. Dann ist es halt so. Aber es gab auch schon Tage, da bin ich dann irgendwie plötzlich von dem Kopfzustand in den Seelenzustand rübergerutscht. Deshalb kann ich euch eigentlich gar nicht so genau sagen, wie ihr es schafft euch durch schreiben selbst zu therapieren. Aber ich habe mal versucht ein paar Tipps zu finden.

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1. Einfach anfangen zu schreiben

Schreibe einfach auf, was du gerade denkst. Lass die Worte einfach fließen. Egal was kommt, egal wie es sich anhört, schreib es einfach auf.

2. Wenn du nicht weißt, wie du anfangen sollst, stelle eine Frage

Vielleicht hast du ja eine Frage, die dich gerade beschäftigt. Zum Beispiel: „Warum muss ich immer so viel Essen in mich reinstopfen, obwohl ich kein Hunger mehr habe?“, oder „Warum verletzt es mich so sehr, was dieser Mensch zu mir gesagt hat“, „Warum schaffe ich es nicht in diesem Punkt weiter zu kommen?“

Es könnten aber auch ganz direkte Fragen an deine Seele sein. Wie „Was verletzt dich an dieser Situation am meisten?“ , „Was kann ich tun, damit es dir besser geht?“, „Habe ich gerade in deinem Sinne richtig gehandelt, was hätte ich besser machen können?“ Du wirst erstaunt sein, welche Antworten plötzlich auf deinem Papier stehen.

3. Schreibe einen Brief

Das ist mein Lieblingstipp. Denn ich liebe es Briefe zu schreiben. Am liebsten an meine Seele. Und noch lieber von meiner Seele an mich. Ich kann jetzt nicht genau erklären, was dabei das Ich darstellt, und was meine Seele, für mich gibt es da einen klaren Unterschied, aber das muss jeder für sich selbst definieren. Stelle dir einfach vor, deine Seele würde an dich einen Brief schreiben, was würde sie dir sagen? Oder was wolltest du schon immer mal deiner Seele sagen? Was ich auch schon gemacht habe, und was wahnsinnig heilvoll ist, ist Briefe an Menschen zu schreiben, die uns nahe stehen. Gerade diesen Menschen wollte unsere Seele oft schon lange etwas sagen. Aber von Angesicht zu Angesicht können wir diese Gespräche leider oft nicht führen. Wenn wir aber einen Brief schreiben, den die Person nie zu lesen bekommen wird, können wir tiefen Frieden schließen mit Themen, die in Endeffekt sowieso nur unsere eigenen Themen waren und nicht die der Person.

4. Mache eine Gewohnheit daraus

Ich glaube, es ist unfassbar lebensverändernd, wenn wir regelmäßig unsere Gedanken aufschreiben, unsere Seele sprechen lassen und dabei gleichzeitig Antworten und Weisheit finden. Schön ist es bestimmt, wenn man jeden Abend vor dem Schlafen noch einige Zeilen in sein Tagebuch schreibt, das mache ich aber leider noch nicht jeden Tag, aber ich arbeite daran. Etwas, was ich aber mache, und was ich wirklich wunderbar finde ist, ein Notizbuch und einen Stift immer bei mir zu haben. Immer wenn ich unterwegs bin und ich gerade nichts zu tun habe zücke ich mein Notizbuch und schreibe los, anstatt am Handy zu sein. Ich sage nur, Seelengespräche pur! Aber auch Instagram ist eine unfassbar schöne Plattform, auf der ich täglich meine Gedanken teile, die auch schon so viel in mir geheilt haben.

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Ich möchte einfach sagen, dass ich so unendlich dankbar dafür bin, dass ich die Möglichkeit habe meine Seele zu ergründen. Ich bin so dankbar dafür, die Gründe für meine Handlungen und Taten herausfinden zu können. Ich bin so dankbar dafür, selbst Verantwortung für mein Leben zu übernehmen.

Und ich bin so dankbar, dass du meine vielen Worte liest. Ich hoffe sehr, dass sie dir geholfen haben. Bei was auch immer.

Lass die Sonne in deine Seele scheinen.

In Liebe,

deine Marleen

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