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Warum ich auf dem Boden schlafe

Ich schlafe jetzt schon seit ungefähr einem halben Jahr auf dem Boden. Warum ich das mache? Weil ich es einfach geil finde:) Es fühlt sich an, als hätte ich niemals anders geschlafen, und möchte momentan auch nicht wieder in einem normalen Bett schlafen. Jedoch ich will auch nicht sagen, dass ich es nie wieder tun würde. Aber gerade ist es einfach genau das Richtige für mich. Und weil es für dich vielleicht auch richtig sein könnte, möchte ich meine Erfahrungen, Pro’s und Kontra’s gerne teilen.

Ich schlafe auf einer breiten Yogamatte, die auch extra dick ist, aber als Schlafunterlage trotzdem noch dünn genug:). Darauf hab ich einfach eine dünne Fleece-Decke gelegt, denn direkt auf Plastik zu schlafen ist nicht so toll. Zum Thema Kopfkissen: Ich hab auch schon ausprobiert komplett ohne Kopfkissen zu schlafen, aber das war einfach überhaupt nicht gemütlich, denn ich schlafe immer mit einer Hand unter meinem Kissen, und ohne Kissen geht das nicht so gut. Also schlafe ich mit einem relativ dünnen Kissen (das ich natürlich selbst genäht habe :)), und komme damit sehr gut zurecht, habe keine Nackenverspannungen oder so.

Warum genau ich überhaupt damit angefangen habe, kann ich gar nicht genau sagen. Ich weiß nur, dass ich mich viel lieber auf den Boden setzte oder legte um zu lesen, oder meine Hausaufgaben zu machen, anstatt an den Schreibtisch oder in mein Bett. Es fühlte sich irgendwie einfach besser an, ohne genau sagen zu können, warum. Irgendwann hab ich dann halt mal die Yogamatte vor mein Bett gelegt, und hab dann mal versucht darauf zu schlafen. Es hat sich irgendwie richtig angefühlt, neben seinem Bett auf dem Boden zu schlafen, aber gleichzeitig habe ich mich gefragt, ob ich jetzt nicht total bescheuert geworden bin :). Als dann nach ungefähr zwei Monaten auf dem Boden schlafen, endlich mein Bett aus dem Zimmer kam, habe ich mich, wie heute auch noch, herrlich frei gefühlt.

Hier sind die Gründe, die ich gefunden habe, warum du auch nur noch auf dem Boden schlafen solltest, oder vielleicht doch lieber im Bett bleibst:

Pro:

  • Du fühlst dich einfach wunderbar geerdet. Besonders die ersten paar Nächte spürt man einfach, dass es guttut auf dem Boden zu schlafen. Man fühlt sich einfach etwas mehr verbunden mit der Natur. Für wen sich das komisch anhört, kann es ja einfach mal selbst versuchen und gucken, was er so spürt 🙂
  • Du hast mehr Platz in deinem Zimmer, denn eine Matte auf dem Boden ist einfach nicht so sperrig wie ein Bettgestell. Vor allem, wenn du dich dazu entscheidest, deinen Schlafplatz jeden Morgen aufzuräumen und am Abend wieder hinzurichten, was ein schönes Ritual sein kann, schenkt dies dir viel mehr Raum. Ich persönlich mache das zwar nicht, aber kann mein Schlafplatz jetzt auch zum Meditieren oder Yoga machen verwenden.
  • Du trainierst die Muskeln beim Hinlegen und Aufstehen. Ja ok, so anspruchsvoll sind diese Bewegungen jetzt nicht, aber gerade wenn man morgens nach dem Aufwachen seine Muskeln schon etwas beanspruchen muss um überhaupt aufstehen zu können, ist es ein effektiver Weg, um schon etwas in Schwung zu kommen.
  • Du hast weniger Rückenschmerzen. Oft kam es früher vor, dass ich mit Rückenschmerzen aufgewacht bin, weil mein Bett einfach zu weich war, und meine Wirbelsäule eine unnatürliche Form während des Schlafens angenommen hatte. Wenn man jedoch auf hartem Untergrund schläft, vor allem als Rückenschläfer, wird die natürliche Wirbelsäulenform unterstützt, da man nicht mehr in die Matratze einsinkt. So wird durch das Auf-dem-Boden-Schlafen sogar die Körperhaltung verbessert.
  • Die Durchblutung wird verbessert. Wenn man sich im Internet über Vorteile des Auf-dem-Boden-Schlafens informiert, liest man häufig das Argument, dass die Durchblutung gefördert wird, da man sich im Schlaf mehr bewegt, um auf Dauer unbequeme Positionen zu wechseln. Am Anfang, konnte ich das auch beobachten, dass ich ein paar Mal mehr in der Nacht aufgewacht bin, da eine Position einfach nicht mehr bequem war. Heute ist das jedoch sehr viel weniger geworden, dass ich wirklich bewusst aufwache. Ich weiß nicht, ob ich mich im Schlaf mehr bewege, als früher im weichen Bett, aber negative Auswirkungen konnte ich auf jeden Fall nicht feststellen.
  • Du kannst immer und überall schlafen. Natürlich wäre es von Vorteil, wenigsten eine dünne Matte zur Verfügung zu haben, aber die ist manchmal einfacher aufzutreiben als ein ganzes Bett 🙂

Kontra:

  • Wenn du einen Partner hast, mit dem du in einem Bett schläfst, kann es vielleicht etwas kompliziert werden. Entweder ihr startet zusammen den Versuch auf dem Boden zu schlafen, vielleicht könnt ihr euch aber auch so ein Bett basteln, dass die eine Seite weich ist, und die andere hart. Das musst du dann für dich selbst entscheiden, aber wo eine Wille ist, ist auch ein Weg:)
  • Gerade, wenn du am Anfang noch nicht so viel Geld für eine Kapok-Matte, Futon oder ähnliches ausgeben möchtest, greifst du wohl, wie ich, auf eine Yogamatte zurück. Da diese aus Plastik ist, ist es jedoch nicht das Beste für den Körper, besonders wenn man bedenkt, dass man jede Nacht bis zu neun Stunden (manchmal sogar noch länger :)) auf ihr verbringt. Wenn du jedoch nicht direkt auf ihr schläfst, und noch eine dünne Decke drüberlegst, sollte es auf jeden Fall besser sein. Das muss aber jeder für sich selbst entscheiden. Du kannst natürlich auch einfach auf mehreren Baumwolldecken schlafen, dann hast du das Problem mit Plastik überhaupt nicht.
  • Die Eingewöhnung kann echt hart sein. Besonders die ersten beiden Tage, nach der vierten Nacht sollte es dann besser werden. Wie du die Eingewöhnung etwas weniger schlimm erlebst, kannst du unten bei meinen Tipps lesen.
  • In Hotels und den Urlaub musst du entweder deine Matte mitnehmen, oder im weichen Bett schlafen, was entweder Probleme mit sich bringt, oder mal wieder eine schöne Abwechslung sein kann :).

Wenn du auch mal ausprobieren möchtest auf dem Boden zu schlafen, weil ich dich jetzt davon überzeugt habe, habe ich noch ein paar Tipps für den Anfang für dich:

  • Starte nicht gleich volle Kanne; Wenn du jahrelang auf einer weichen Matratze geschlafen hast, dann lege dich nicht sofort auf den blanken Boden, sondern minimalisiere deine Matratze Stück für Stück. Wenn du sofort auf eine dünne Matratze wechselst, ist es viel schwieriger die Anfangszeit, die echt hart sein kann, durchzuhalten. Daher schlafe eine Woche auf nur etwas härteren Untergrund, und lass dann Woche für Woche eine Schicht weg. Du sollst am Ende nicht auf dem kalten Boden schlafen, suche dir eine Unterlage, mit der du langfristig klar kommst.
  • Wenn du in der ersten Nacht nicht gut schlafen kannst, weil die Matte dir einfach viel zu hart ist, dann gehe wieder in dein Bett, und versuche es die nächste Nacht wieder. Als ich das erste mal auf dem Boden schlief (ich habe aber gleich volle Kanne auf einer dünnen Matte geschlafen), hatte ich wirklich überhaupt keine gute Nacht. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was ich hier eigentlich überhaupt mache, und nach der halben Nacht habe ich es einfach nicht mehr ausgehalten und bin ins weiche Bett zurück. Als ich es dann ein paar Tage später wieder gewagt habe, habe ich doch tatsächlich die ganze Nacht auf dem Boden verbracht, ob ich gut geschlafen habe, ist ein anderes Thema. Also wenn, dir der Untergrund einfach zu hart ist, gebe nicht auf, und gehe vielleicht einfach einen kleinen Schritt zurück. Wenn du ein Ziel hast, wirst du es auch irgendwann erreichen.
  • Kaufe dir nicht gleich die teuerste Modenmatte, sondern guck, was du da hast. Ich habe mich am Anfang auch nur auf eine Yogamatte gelegt, die ich sowieso schon hatte. So wäre es auch überhaupt nicht schlimm gewesen, wenn ich das ganze nicht durchgezogen hätte, wenn ich gemerkt hätte, dass ich mich überhaupt nicht wohl dabei fühle. Wenn du dann eine Weile darauf gut geschlafen hast, kannst du dir ja immer noch über eine Anschaffung von einer Kapok-Matte, oder ähnlichem Gedanken machen. Mir persönlich macht es momentan nichts aus, dass ich quasi auf Plastik schlafe, was vielleicht nicht unbedingt, das mega gesündeste ist, aber mir gefällt mein Bett grad sehr gut.
  • Wenn du dich nicht gut dabei fühlst, dann lass es. Ziel des Ganzen ist, dass es dir Spaß macht und dein Leben bereichert. Es ist normal, dass die erste, vielleicht auch noch zweite Woche anstrengen ist, dir ein paar Rückenschmerzen und Verspannungen einbringen kann, aber wenn es sich für dich nicht Richtig anfühlt, dann lass es einfach und kuschel dich wieder in dein weiches Bett. Wenn du jedoch spürst, dass es sich für dich gut und stimmig anfühlt, dann zieh es durch, denn du wirst auf jeden Fall belohnt, ich verspreche es dir:) Ich möchte nur, dass du weißt, dass du das nicht machen musst, um besonders gesund zu sein, um besonders eins mit der Natur zu leben oder um die perfekte Haltung zu bekommen. Nein, du sollst es machen weil es dich glücklich macht auf dem Boden einzuschlafen und dort auch wieder aufzuwachen 🙂

So sieht meine gemütliche Schlafecke aus. Ich habe sie mit einem großen Tuch vom Rest des Zimmers abgetrennt, was es noch gemütlicher macht. Am Tag stelle ich immer ein großes Keilkissen an die Wand und decke das ganze mit einer Tagesdecke ab. Mein Wandschmuck hab ich selbst genäht, bzw. gebastelt 🙂

Wenn du dich noch weiter informieren möchtest, kann ich dir diese Videos empfehlen:

Auf dem Boden Schlafen | 2 Jahre Fazit

Heilsames auf dem Boden schlafen

Ich hoffe ich konnte dich motivieren, mal etwas Neues auszuprobieren und deinen Horizont zu erweitern. Wenn du selbst schon Erfahrungen gemacht hast, teile sie doch gerne in den Kommentaren.

Ich wünsche euch eine gute Nacht,

eure Glücksnäherin

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