Allgemein,  Gedanken,  Lifestyle

Warum ich kein Veganer mehr bin

Ab heute bin ich kein Veganer mehr.

Denn das ist auch nur eine Rolle, in die ich mich selbst hineingezwängt habe.

Ich brauche keine Bezeichnung mehr für meine Ernährungsweise.

Denn ich bin ein freier Mensch. Und darf essen was ich möchte, und nicht essen, was ich nicht möchte.

Darum bin ich ab heute kein Veganer mehr.

____________________

Vor zweieinhalb Jahren habe ich entschieden mich vegan zu ernähren. Einfach, weil ich davon überzeugt war, und auch noch immer bin, dass die vegane Ernährung sehr viel gesünder ist als eine omnivore Ernährung. Ich habe immer wieder gelesen und mitbekommen, dass Fleisch ungesund ist, Milchprodukte genauso, und wenn man schon dabei ist, kann man die Eier auch noch weg lassen. Ich verurteile die vegane Ernährung nicht. Ich finde sie gut. Sehr gut. Sie kann Menschen heilen. Aber vor allem auch die Umwelt. Denn das ist ganz klar. Jedenfalls für mich. Massentierhaltung von Schweinen, Kühen, Hühnern, anderen Nutztieren (schon allein das Wort tut mir weh), Milchproduktion, Schlachtung, all das ist tierunwürdig und zerstört die Umwelt. Tiere so zu behandeln, wie sie bei uns heute nun leider behandelt werden liegt unter der Würde des Menschen. Unvorstellbar, wie zerstörerisch Menschen handeln können. Darum finde ich die vegane Ernährung sehr gut. Denn sie ändert etwas. Nicht mit Worten, sondern mit Taten. Und darum werde ich jetzt auch nicht wieder damit anfangen Fleisch zu essen und Milch zu trinken. Denn für mich sind die Fakten nach wie vor klar. Fleisch ist ungesund. Kuhmilch ist ungesund. Der Konsum von Fleisch und Milchprodukten aus Massentierhaltung ist ethisch nicht korrekt. Und wenn ich ganz ehrlich bin hat die Bezeichnung Veganer auch mein Ego ziemlich gepusht. Denn Veganer werden bewundert, Veganer sind Weltverbesserer, Veganer sind modern, Veganer machen alles richtig. So erscheint die Welt jedenfalls mitten im Veganismus. Mir hat es eigentlich ganz gut gefallen Veganer zu sein. Aber trotzdem war da immer noch etwas, das falsch war. Obwohl mich meine Eltern immer darin unterstützt haben, war immer noch ein Widerstand da, der mich verletzt hat. Obwohl ich von dem, was ich tue überzeugt war, hat es sich manchmal einfach falsch angefühlt. Obwohl ich versucht habe alles richtig zu machen, gab es Dinge die ich offensichtlich falsch machte.

Denn einen wichtigen Punkt habe ich bisher nie beachtet. Nämlich, dass ich nicht nur aus einem Körper aus Fleisch und Blut bestehe, sondern auch eine Seele besitze. Und diese Seele fühlte sich gefangen, als ich sagte, ich sei ein Veganer. Meine Seele fühlt sich heute noch gefangen genommen in selbst auferlegten Geboten und Gesetzen. Und das ist einfach nur absurd. Ich bin ganz ehrlich. Ich verzichte sehr gerne auf Fleisch und Milchprodukte. Ich mag den Geschmack von beidem, keine Frage, aber ich verzichte gerne darauf, weil ich weiß, dass unschuldige Tiere für mich leiden mussten. Und es gibt ja nun wirklich genug Alternativen. Ich verzichte sehr gerne darauf, weil sich das richtig für mich anfühlt. Würde ich jetzt Fleisch essen, oder ein Käsebrot, würde ich dadurch wohl meine Seele sehr verletzen. Dann würde ich gegen sie handeln, weil meine Überzeugung ist, dass ich die Produktion von Fleisch nicht unterstützen möchte. Wenn ich jedoch in eine Situation komme, in der es darum geht Neues auszuprobieren, zum Beispiel beim Probieren von etwas unbekanntem, was eben nicht vegan ist, und ich den Wunsch verspüre das Essen zu probieren, möchte ich mir das nicht mehr verbieten. Sonst verbiete ich mir Erfahrungen zu machen. Oder wenn ich mich ausgeschlossen fühle, weil alle etwas essen können, nur ich nicht, möchte ich mich nicht mehr abgrenzen müssen, weil das meiner Seele nicht gut tun würde. Oder wenn ich sehr großen Hunger habe und mich zwischen etwas unveganem und nichts entscheiden müsste, möchte ich mir die Entscheidung frei lassen. Es geht mir nicht darum, jetzt wieder möglichst viel tierische Nahrung zu essen. Nein, es geht mir darum wieder frei zu sein in meiner Entscheidung. Es geht mir darum, mich jedes mal bewusst für die vegane Alternative zu entscheiden, es geht mir darum, mich nicht schlecht zu fühlen, wenn ich gerade etwas unveganes gegessen habe, es geht mir darum, mich nicht erklären zu müssen, warum ich gerade dieses oder jenes gegessen habe. Es geht mir darum, aus einer Rolle auszusteigen und wieder frei entscheiden zu können. Denn wir Menschen haben die Freiheit zu entscheiden, was wir essen, und vor allem, wie unsere Nahrung hergestellt wurde. Denn es ist auch noch möglich Eier, Milch und sogar Fleisch von etwas „glücklicheren“ Tieren zu bekommen. Und ich glaube, es tut auch wirklich niemandem weh einmal mehr die vegane Alternative zu essen.

Und eine Sache ist ganz wichtig:

Wir dürfen bei dem Wunsch, die Welt zu verbessern niemals unsere eigene Lebensfreude verlieren. Denn sonst erreichen wir genau das Gegenteil.

Ich möchte bei meiner Ernährung lernen auf drei Dinge zu achten:

  • auf meinen Körper
  • auf meine Seele
  • auf die Tiere und die Umwelt

Dazu stelle ich mir immer wieder die Frage:

Wenn du Dinge nicht isst, um deinem Körper und der Umwelt/den Tieren nicht zu schaden, tust du dadurch deiner Seele etwas Gutes, oder schadest du ihr?

 

Wenn du jetzt Lust auf vegane Rezepte hast, kannst du mal hier schauen 🙂

Und hier kannst du lesen, warum und wie ich aus alten Rollen (wie dem Vegan-Sein) ausbrechen möchte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.