Gedanken

Warum unsere Kleidung wichtig ist

Gerade zur Zeit darf ich die Bedeutung meiner Kleidung kennen lernen.

Ich lerne, was es bedeutet Kleidung zu tragen, in der man sich wirklich wohl fühlt.

Ich lerne, wie viel Kleidung wirklich wert ist.

Ich lerne, wie ich mich durch meine Kleidung verkörpere.

Ich lerne, wie ich mich durch meine Kleidung verändere.

Ich lerne, wie ich durch meine Kleidung zu mir selbst werde.

Und ich habe gemerkt, wie Kleidung in unserer Gesellschaft immer mehr an Wert verliert. Nicht nur den materiellen Wert, siehe Primark, H&M und Co., nein, Kleidung verliert auch immer mehr einen noch viel wichtigeren Wert, den Wert zu zeigen, wer man wirklich ist. Ist es nicht so, dass bei uns alle Menschen immer einen ähnlichen Kleidungsstil haben? Dass sich immer alle nach den aktuellen Trends kleiden, und dass man sich nicht traut etwas „unmodisches“ anzuziehen. Ich weiß, dass ich hier gerade verallgemeinere und Pauschalurteile fälle. Dabei verurteile ich noch nicht mal irgendwen. Ich habe nichts gegen Menschen, die sich nach den Trends kleiden, im Gegenteil, ich finde die Trends meistens auch schön. Und ich habe auch nichts dagegen, wenn Menschen sich Outfits bei anderen abgucken und sich inspirieren lassen, das mache ich ja auch. Aber ich merke eben, wie dem Thema Kleidung und Mode so viel Potential genommen wird. Durch die Werbung wird uns gesagt, was wir anzuziehen haben. Durch das Angebot in den Kleidungsläden wird uns gesagt, was „man zur Zeit eben gerade trägt“. Und durch die Meinung und Bewertung anderer merken wir, dass wir nur modern gekleidet akzeptiert werden. Aber wisst ihr was wir Menschen somit werden? Teil einer großen Masse. Uns wird dadurch unsere Individualität gestohlen. Unbewusst werden wir praktisch dazu gedrängt uns so zu kleiden, wie alle sich eben kleiden. Weil wir es nicht anders kennen. Weil wir uns es nicht anders trauen. Weil wir es nicht anders können. Und weil wir uns nicht wirklich kennen.

Denn um zu wissen, welche Kleidung wir wirklich tragen wollen, müssen wir erst wissen, wer wir selbst sind.

Und die Frage danach wird uns eben ganz still und heimlich durch die heutige Mode erspart. Dabei können wir durch unsere Kleidungswahl so viel verändern. Wir könnten uns endlich von gesellschaftlichen Zwängen befreien und vollkommen frei entscheiden, was wir tragen wollen. Das ist schwierig, und vielleicht auch fast unmöglich.

Aber vielleicht reicht es, wenn du für dich entscheidest, dass deine Kleidung niemandem mehr gefallen muss, außer dir selbst.

Vielleicht reicht es, wenn du für dich entscheidest, dass du ab jetzt selbst entscheiden möchtest, welche Kleidung du schön findest, und welche nicht.

Vielleicht reicht es, wenn du für dich entscheidest, dass du nur noch Kleidung trägst die bequem ist, und in der du dich wohl fühlst.

Vielleicht reicht es, wenn du für dich entscheidest, dass du ab heute deine Kleidung nutzt um dich selbst kennen zu lernen.

Wenn du dich für diese Dinge entscheidest, und du dir die richtigen Fragen in Bezug auf deine Kleidung stellst, dann verspreche ich dir, wird sich dein Bezug zu deiner Kleidung grundlegend ändern.

Dann wirst du plötzlich Kleidungsstücke tragen, in denen du dich so fühlst, als wärst du du selbst.

Das hört sich vielleicht echt komisch an, aber mir geht es so. Ich bin selbst noch nicht an dem Punkt angelangt an dem ich sagen kann, dass ich nur noch Kleidung besitze in der ich mich wirklich zu 100% wie ich selber fühle. Und es kann auch sein, dass mein Gefühl in meinen Klamotten tagesabhängig ist. Aber ich kenne das Gefühl ein perfektes Kleidungsstück zu tragen. Und wenn man einmal ein solches Kleidungsstück besitzt, möchte man eigentlich nichts anderes mehr tragen. Mir geht es in meiner Hippie-Flatter-Atzteken-Hose so. In der fühle ich mich so, als müsste ich gleich los tanzen, weil das Leben so schön ist.

Ich wünsche mir eigentlich nur, dass wir uns ein bisschen mehr in unsere Kleidung einfühlen. Dass wir anfangen unsere eigenen Entscheidungen zu treffen. Dass wir endlich anfangen uns selbst auszuleben. Und ja, das darf auch jeden Tag anders sein. Und ja, es darf auch die unterschiedlichsten (Kleidungs)Phasen geben. Und ja, genauso wir wir uns verändern, darf auch unser Kleidungsstil sich verändern.

Ich wünsche mir eigentlich nur, dass unser Inneres entscheidet, wie wir uns im Außen zeigen, und nicht, dass das Außen entscheidet, wer wir im Innern zu sein haben.

Ein wichtiger Punkt, dass ich die tiefere Bedeutung und den Wert meiner Kleidung langsam begreifen kann ist auch, dass ich meine Kleidung selber nähe. Ich befinde mich ja gerade mitten in meinem „shoppingfreien“ Jahr, wobei ich jedoch sagen muss, dass das so gar nicht stimmt. Ich habe nämlich ein paar Teile dieses Jahr secondhand gekauft, und ein Teil sogar neu bei H&M. Bei dem neuen Teil habe ich ganz klar gegen die von mir gesetzten Regeln verstoßen. Aber ganz ehrlich, ich bereue es nicht. Denn mir gefällt das Kleidungsstück sehr gut, und ich hätte es genau so nicht nach nähen können. Was ich aber auch direkt gemerkt habe, was ich nicht mehr gewohnt war ist, dass das Kleidungsstück natürlich kein Einzelstück ist. Ich habe mehrere Menschen gesehen, die das gleiche Oberteil trugen. Was mir wieder zeigt, dass Kleidung etwas individuelleres sein sollte. Dabei weiß ich ja auch, dass nicht jeder seine Kleidung selbst nähen kann. Aber ich weiß auch, dass die Bedingungen, unter denen viele Kleidungsstücke für uns hergestellt werden überhaupt nicht gut sind. Dass unser Kleidungskonsum auf Kosten von anderen Menschen und der Natur geht. Und, dass uns das gerne mal egal ist. Ich kenne die richtige Lösung nicht. Aber ich weiß, dass Bewusstsein in unserer Kleidungswahl allen hilft. In erster Linie dir selber. Denn du fühlst dich in den richtigen Klamotten einfach besser.

Ach ja, und wen es interessiert: die Hose ist ein Schnitt von Burdastyle und der Stoff ist leichter Strickstoff mit Aztekenmuster 🙂

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