Nähen

Wintermantel nähen – Teil 2: Zuschnitt, Nähen und Ergebnis

Hallo zu Teil 2 meiner Mini-Nähserie,

sie ist wirklich mini, höchstwahrscheinlich gibt es nur diese beiden Teile, denn ich war so im Flow, ich musste den Mantel Malu von Schnittchen einfach in einem Rutsch nähen  😀 , deswegen macht es jetzt auch keinen Sinn, die Serie auf drei Teile zu strecken.

Aber fangen wir mal ganz am Anfang an. In einer freien Minute, ok, es waren eher zwei Stunden, oder so 😮 habe ich die Schnittteile für den Mantel zugeschnitten. Und was soll ich sagen? Mein Zimmer hat einem Schlachtfeld geglichen, auf dem wohl tausend schwarze Plüsch-Teddybären dahingerafft wurden 😯 (ok, sorry für diesen schlechten Vergleich  😛 ) Jedenfalls waren wirklich überall schwarze Fusseln (das Bild ist noch harmlos, war ja vor dem Nähen,..) aber war ja auch keine Überraschung bei dem Stoff, den ich euch ja schon hier gezeigt habe.

Die zugeschnittenen Teile lagen dann ein paar Tage in meinem Zimmer rum, bevor ich mir einfach mal die Zeit genommen habe, den Mantel endlich zu nähen. Abends um 17:30 Uhr habe ich angefangen und war um 1:30 Uhr fertig, hat also ganze 8 Stunden gebraucht 😯 ! Die kamen mir aber überhaupt nicht so lange vor, denn es hat wirklich Spaß gemacht, den Mantel zu nähen, denn es hat wirklich alles ganz gut funktioniert. Deshalb liebe ich es ja so mit Schnittmustern zu nähen, da passt immer alles und man muss sehr viel seltener aufgeben, weil es einfach nicht so werden möchte, wie man es gerne hätte. Die meiste Zeit haben wohl die beiden Taschen gebraucht, die ich aber unbedingt im Mantel haben wollte. Gerade bei meinem Kuschel-Stoff war es wirklich schwer, die ordentlich hin zu bekommen. Zum Glück hat Schnittchen auf dem Blog noch eine bebilderteAnleitung wie man die Taschen näht, sonst wäre ich zu so später Stunde wohl wirklich noch verzweifelt… Aber was den schwer nähbaren Stoff wieder sympathisch macht ist: Man sieht die Naht nicht, da die in dem Flausch unter geht. Und so konnte ich mit ein paar Handstichen die Manteltaschen etwas optimieren  😉

Es war das erste mal, dass ich ein Teil mit Futterstoff genäht habe. Und ich bin erstaunt, wie viel professioneller der Mantel gleich aussieht, nur weil er mit richtigem Futterstoff gefüttert ist. Aber perfekt ist das Futter ehrlich gesagt nicht geworden. Und zwar, weil ich keinen dünnere Nähmaschninennadel daheim hatte. Ich habe grad nämlich nur Universal-Nähnadeln da, in einer Stärke, die definitiv zu stark für den feinen Futterstoff waren. Und so hat sich der Stoff dann immer etwas zusammengezogen, und Laufmaschen haben sich gebildet  🙁 Etwas besser war es, als ich den Futterstoff mit der Overlock genäht habe…

Das nächste Problem, was das Nähen etwas schwieriger gemacht hat, ist die Tatsache, dass der schwarze Stoff in die eine Richtung stark dehnbar ist, und in die andere überhaupt nicht. Durch diese starke Dehnbarkeit hat sich der Stoff nach dem Zusammennähen etwas unschön gekräuselt, was ich überhaupt nicht toll fand. Dafür habe ich letztendlich aber auch eine Lösung gefunden. Nachdem der Mantel nämlich gewendet war wollte ich Außen- und Futterstoff gerne noch etwas verbinden, damit diese nicht irgendwo hängen, wo sie nicht hängen sollten 🙄 Als ich alle Ränder jedoch mit der Nähmaschine abgesteppt habe, sah das irgendwie doch nicht so schön aus. Darum habe jede dieser Steppnähte mühsam wieder aufgetrennt 😥 was tut man nicht alles für einen Wintermantel? Und dann habe ich, was aber mindestens noch mal zwei Stunden gebrauch hat, rundherum Außen- und Futterstoff des Mantels mit Handstichen verbunden. Die sieht man wegen der Flauschigkeit des Stoffes ja nicht, und sehen deshalb auch nicht unschön aus, erfüllen aber auch ihren Zweck. Wer hätte gedacht, dass ich dabei jedoch so unaufmerksam hätte sein können, und den Taschenbeutel mit annähe 🙄

Der Mantel ist jetzt eigentlich so gut wie fertig, eine wichtige Sache fehlt aber noch: die Knöpfe. Als ich den Stoff gekauft habe, habe ich auch Knöpfe dazu gekauft, die sind mir jetzt aber viel zu klein für den bombastischen Stoff. Ich hätte gerne drei große schwarze Knöpfe, mit denen ich meinen Mantel verschließen kann. In meiner Knopfsammlung sind aber immer nur zwei identische Knöpfe, die ich verwenden könnte 👿 Bis ich mir passende besorgt habe, mach‘ ich die Jacke dann eben mit Sicherheitsnadeln zu  😎 Vor den Knopflöchern habe ich ja sowieso auch noch ziemlichen Respekt…

Jetzt aber mal das komplette Ergebnis. Der Mantel ist wirklich sehr groß und sehr lang geworden, ich weiß  🙂 hätte ihn vielleicht doch nicht in Größe 40 nähen sollen… Aber irgendwie hat es auch was, oder? Ich mag es jedenfalls total, mich in ihn einzukuscheln. Jetzt im Nachhinein denke ich mir, dass der Mantel aus einem anderen Stoff genäht sehr viel einfacher gewesen wäre, und vielleicht auch etwas schöner aussehen würde. Unbedingt muss ich mir irgendwann (vielleicht nächsten Winter) einen Mantel Malu nähen, eine Nummer kleiner und aus undehnbarem, unkuscheligem Stoff. Solange freue ich mich aber über diesen Monster-Kuschel-Mantel und bin gespannt, ob er euch auch gefällt, oder ob ihr euch so etwas nie im Leben anziehen würdet  😉

Ich wünsche euch noch einen schönen Winter,

eure Glücksnäherin

PS: Noch etwas zur Wärmeleistung des Mantels: Ich hatte ja Bedenken, dass der Stoff nicht gut wärmen könnte, und die waren auch etwas berechtigt. Wirklich richtig warm ist der Mantel nicht, aber man friert auch nicht in ihm. Wenn man sich einen Pulli drunter zieht, geht des voll klar. Wem das nicht reicht, der kann ja in seinen Mantel noch eine extra Schicht Stoff, vielleicht auch irgendwas isolierendes, mit einnähen.

 

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